• B.Hinrichs

So geht es weiter im Baugebiet Heinrich der Löwe

In der Sitzung des Bezirksrates 213 am 3.März gab es einige Interessante Neuigkeiten zum Baugebiet Heinrich der Löwe (HdL) in Rautheim.



https://www.openstreetmap.de/karte.html?zoom=17&lat=52.24801&lon=10.57667&layers=B000TT

Mit der Fertigstellung eines Teils der Straßen (Baufeld B) wird Mitte 2021 begonnen. In diesem Baubereich wird mit keinem größeren Bauverkehr mehr gerechnet. Anders verhält es sich mit dem nördlichen Teil des Baugebiets (um Fa. Görge herum). Dort entstehen zur Zeit 6 Mehrfamilienhäuser und weitere sind geplant sowie weitere Reihenhäuser. Die Straße direkt bei Görge ist bereits gewidmet und soll natürlich nicht mehr beschädigt werden. Insofern wird zur Zeit von Seiten des Projektentwicklers und der Stadt überlegt, ob eine weitere temporäre Zufahrt zu diesem Bereich von der Rautheimer Straße aus eingerichtet werden kann, um die Zufahrt aus Richtung Braunschweiger Straße ins Wohngebiet zu entlasten. Sollte dies klappen, würde über die anderen Straßen kein schwerer Bauverkehr mehr laufen und auch diese Straßen könnten fertiggestellt werden.


Kita vielleicht schon im August fertig

Die neue Kita könnte laut Projektentwickler MT-Massivhaus bereits zum neuen Kindergartenjahr im August fertiggestellt sein. Dies hängt allerdings auch noch von den Verhandlungen mit der Stadt ab.


Für einige Bewohner des Baugebiets kommen die guten Nachrichten natürlich zu spät. Das ist verständlich, wenn man sehr früh bereits dort gebaut hatte. In einigen Fällen sind die Kinder zwischenzeitlich schon aus dem Kita-Alter herausgewachsen. Allerdings ziehen immer mehr Familien in das Baugebiet und für die käme die neue Kita passend. Bezüglich der Kita-Plätze befindet sich die Stadt ebenfalls in Abstimmung mit dem Projektentwickler. Dieser hatte vorgeschlagen an das bestehende Gebäude weitere Räume anzubauen, um damit die Kapazitäten zu erweitern.


Mehr gebaut - richtig Dimensioniert?

In der Sitzung wurde das Thema Anzahl der Wohneinheiten ausgiebig erörtert. Dazu kamen auch Bürgerfragen von den drei anwesenden Anwohnern der HdL. Eine Frage war z.B. wie es sein kann, dass mal eben anstelle der zunächst geplanten ca. 400 Einheiten nun rund 695 erstellt bzw. projekttiert sind.


Zunächst muss man feststellen, das sich kein einziger Schwarzbau auf dem Baugebiet befindet, sondern die Bebauung über bestimmte Kennzahlen geregelt ist. Und selbstverständlich alles über Baugenehmigungen abgewickelt wird im Rahmen des Bebauungsplan und des Städtebaulichen Vertrags. Die Stadt hätte also zu jedem Zeitpunkt die Anzahl der Wohneinheiten wissen können. Im Städtebaulichen Vertrag sind alle Rahmenkennzahlen vereinbart worden und an diese Vorgaben hat sich der Projektentwickler gehalten.


Ein Einflussfaktor, der die Anzahl der Wohneinheiten nach oben getrieben hat, ist die Quote für den sozialen Wohnungsbau. Die Mischung von Eigentumswohnungen und Sozialwohnungen ist aus Fördergebersicht und auch aus betriebswirtschaftlichen Gründen ausgesprochen schwierig. Nur im Mietwohnungsbau ist eine klare Quotierung unproblematisch möglich. Da die Wohnungsgrößen für Anspruchsberechtigte festgeschrieben sind, mussten die Wohneinheiten entsprechend angepasst werden. Dies zusammengenommen, führte u.a. zu einer Erhöhung der Wohneinheiten, die zum Teil auch kleiner geworden sind.


Aus gesamtstädtischer Sicht, ist diese Verdichtung zu begrüßen. Es gibt eine hohe Nachfrage nach Wohnraum in Braunschweig. Da die Rahmenbedingungen wie Kanalisation, öffentliche Parkplätze, Grünanlagen, Spielplätze, Kita, Schule etc. immer noch passen oder maßvoll angepaßt werden können, ergibt sich aus der Erweiterung der Anzahl der Wohneinheiten zur Zeit, aus meiner persönlichen Einschätzung heraus, keine größere Problematik.


Zwei Autos ist eins zuviel?

Und jetzt kommen wir zu einem höchst politischen Thema. Im Gegensatz zu Grünen und SPD sieht die CDU in Braunschweig eine schleichende autofeindliche Entwicklung, die sich an unterschiedlichen Punkten kristallisiert. Dazu gehören Parkplatzplanungen in Neubaugebieten genauso, wie die Dimensinierung des Verkehrsraumes. Im konkreten Fall wurden beispielsweise zahlreiche Reihenhäuser genehmigt, die nur einen einzigen PKW-Stellplatz haben. Schaut man sich im Gebiet um, stellt man sofort fest: fast alle Bewohner besitzen zwei PKWs. Das kann man kritisieren, ändert aber an der Situation nichts. Für diese PKWs gibt es de-facto keine vernünftige Planung. Man kann sich vorstellen, dass die vorgesehenen Besucher-Parkplätze dauerhaft von den Zweit-PKWs belegt sein werden. Die Dimensionierung der Straßen nimmt auf die Anzahl der PKWs ebenfalls keine Rücksicht. Man wird genau beobachten müssen, wie sich die Situation letztlich darstellt, wenn alle Straßen und Parkplätze fertiggestellt worden sind. Eine Nachjustierung dürfte dann aber schwer fallen.



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