• B.Hinrichs

Bad in Gliesmarode für einen Euro verkaufen?

Das kam ja doch etwas überraschend, als gestern der bekannte Unternehmer Friedrich Knapp (New Yorker) bekannt gab, dass er das Badezentrum Gliesmarode retten möchte, aber dafür das Sponsoring bei den Phantoms einstellt. So kann man meines Erachtens nicht mit einem langjährigen Sponsoring-Partner umgehen. Selbstverständlich steht es jedem Unternehmen oder Unternehmer frei, seine Sponsorings so zu gestalten, wie man es für angemessen hält. Gleichzeitig muss man aber seinen Partnern auch die Chance geben, die Lücke im Sponsoring schliessen zu können. Sinnvoll ist daher immer ein stufenweiser oder lange angekündigter Ausstieg. So würde ich es auch dringend empfehlen, andernfalls könnten schwere Probleme auf den 1. Ligisten in Braunschweig zukommen. Und man darf nicht vergessen, dass wir so viele 1. Ligisten, über die auch national berichtet wird, nicht in Braunschweig haben: Eintracht Braunschweig, BTSC Standard-Formation und Phantoms. Das war´s. Alles Aushängeschilder unserer Stadt, die uns erhalten bleiben sollten.

Das Bad in Gliesmarode, auf der anderen Seite, ist zur Schließung vorbereitet. Alle Funktionen des Bades gehen auf das in Kürze eröffnende Freizeit- und Erlebnisbad in der Hamburger Straße über. Das gesamte Personal ist bereits dort eingeplant. Niemand erleidet einen unmittelbaren Nachteil. Mittelbar werden die Wege weiter – zugegeben. Aber die Errichtung des neuen Bades wird eben auch finanziert durch die Schließung der Stadtteilbäder. Und der betreffende Grundsatzbeschluss wurde vor etlichen Jahren demokratisch abgestimmt.

Wenn ein privater Sponsor nun dauerhaft als Badbetreiber einspringen will, ist dagegen nichts zu sagen. Für einen Euro, so wie die SPD es heute in der BZ formuliert hat, kann er das Bad jedoch nicht bekommen, denn der Grund- und Boden, ist deutlich mehr wert und hätte nach Abriss des Bades für Wohnbebauung zur Verfügung gestanden, die wir übrigens auch dringend benötigen.

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